Bedeutung von KI für die Personalstrategie
Von Daniel Frankenberg
Auch im Nonfood-Sektor, von Spielwaren und Schreibwaren über Haushaltswaren bis hin zu DIY und Outdoor, ist diese Entwicklung längst Realität. KI-gestützte Systeme sind in Marketing, Vertrieb, Einkauf und Produktentwicklung bereits im Einsatz. Die wichtigste Erkenntnis: Viele bisher gültige Anforderungsprofile greifen zu kurz. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Rollenbilder neu zu denken und Mitarbeitende gezielt auf diese Transformation vorzubereiten.
Neue Technologien – neue Anforderungen
KI ist längst mehr als ein Thema für IT-Abteilungen, sie verändert Arbeitsrealitäten quer durch alle Funktionen. Deutlich wird das etwa im Marketing, wo datenbasierte Entscheidungen längst zum Alltag gehören. Wer im Marketing erfolgreich sein will, muss nicht nur kreativ, sondern auch daten- und technologieaffin sein. In diesem Kontext entstehen neue Rollenprofile wie Performance-Analysten oder Content-Strategen mit Verständnis für Automatisierungstools und der Fähigkeit, Prozesse kontinuierlich zu optimieren. Klassische Anforderungen bestehender Positionsprofile greifen hier zu kurz. Gefragt ist die Fähigkeit, Daten zu interpretieren, daraus Entscheidungen abzuleiten und neue Tools schnell zu adaptieren.
Nahezu allen Abteilungen zeigen sich klare Veränderungen. KI-basierte Tools schaffen im Einkauf Preistransparenz in Echtzeit. Einkäufer benötigen deshalb nicht nur Verhandlungsgeschick, sondern auch analytisches Denken, Datenverständnis und ein Gespür für digitale Wertschöpfungsketten. In der Personalabteilung wiederum hat sich mit dem Personalcontrolling eine Disziplin etabliert, die datenbasiert Prozesse analysiert, transparent macht und gezielt optimiert. Die Konsequenz: Fachliche Exzellenz bleibt wichtig, aber neue Kompetenzen gewinnen an Bedeutung. Wer heute Schlüsselpositionen besetzt, muss nicht nur in Fachkategorien denken, sondern auch die Fähigkeit bewerten, mit KI zu arbeiten, sie strategisch zu nutzen, aber auch kritisch zu hinterfragen. In der Praxis sehen wir häufig, dass Unternehmen auf Positionsprofile zurückgreifen, die in Zeiten vor der digitalen Transformation entstanden sind. Zwar wurden manche Jobtitel modernisiert, doch die dahinterliegenden Anforderungen wirken oft, als stammten sie aus einer anderen Zeit. Gefragt sind heute vor allem adaptives Denken, interdisziplinäre Zusammenarbeit, digitale Entscheidungsfähigkeit und Veränderungsbereitschaft.
Personalstrategie neu denken – mit externer Unterstützung
Es reicht nicht, Stellen neu zu besetzen, sondern sie müssen neu gedacht werden. Eine gute Personalberatung begleitet Unternehmen proaktiv dabei nicht nur im Recruiting, sondern vor allem auch in der Weiterentwicklung von Anforderungsprofilen. Welche Fähigkeiten werden künftig wirklich benötigt? Welche Aufgaben verlagern sich – welche entstehen neu?
Fazit
Wer seine Kompetenzanforderungen und Auswahlkriterien rechtzeitig mit Experten weiterentwickelt und auf digitale Kompetenzen setzt, wird nicht nur effizienter rekrutieren, sondern auch langfristig erfolgreicher sein.

Daniel Frankenberg
ist Managing Director bei DELTACON, einer auf Fach- und Führungskräfte spezialisierten Personalberatung, die mehrfach von der WirtschaftsWoche als beste Personalberatung Deutschlands ausgezeichnet wurde. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Spielwaren- und PBS-Branche.
frankenberg@deltacon.com; www.deltacon.com
